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NABU-Lippstadt:
Der Kormoran - ein reizender Vogel.... |

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Im Juni 2005
wurden im NSG- Anklamer-Stadtbruch (Mecklenburg-Vorpommern) mit Genehmigung der
zuständigen Landesbehörde für Naturschutz 6.950 Kormorane während der
Brutzeit (!) von den Bäumen und Nestern geschossen. Viele der Jungvögel
verendeten qualvoll oder verhungerten nach dem Tod der Altvögel. > Man
fühlt sich in längst überwunden geglaubte Zeiten zurückversetzt.
Jahrhunderte der Verfolgung, in denen man die Nahrungskonkurrenten als
"gefräßige Schädlinge" unerbittlich bekämpfte, endete in der fast
vollständigen Ausrottung des Kormorans....<>Die Fischer glauben, allein
der Hinweis darauf, wie viel Gramm Fisch ein Kormoran am Tag verzehrt, genüge
als Schadensnachweis. Dabei stehen auf dem Speisezettel der Kormorane
größtenteils wirtschaftlich uninteressante Arten...> (Markus
Nipkow in Naturschutz heute, 4/05, S.18)
Auch im Rheinland
sind die ersten Kormoranabschüsse geplant. Wir dürfen gespannt sein, wann der
erste Antrag zum Kormoranabschuss im Kreis Soest gestellt wird.
Dieser interessante Vogel sorgte bereits kurz nach
seinem
wiedererscheinen
in NRW für heftige und emotional geführte Diskussionen. Der NABU
bezieht hier eine klare Position: Diese geschützte Vogelart gehört an unsere
Gewässer und jede Form der Bejagung lehnen wir ab! Die Fische die der
Kormoran zum Leben braucht, sind Bestandteil des natürlichen
Nahrungsnetzes und müssen deshalb Haubentaucher, Graureiher, Eisvogel,
Blässralle, Kormoran und allen anderen Mitgliedern dieses Nahrungsnetzes zur
Verfügung stehen. Das dabei auch geschützte Fischarten zum Beuteschema
gehören, kann nicht überraschen. Aus arten- und tierschutzrechtlichen
Gründen kann es aber wohl nicht sein, dass eine geschützte Art
bekämpft wird, um einer anderen geschützten Art zu helfen. Vielmehr ist es
sinnvoll und notwendig, endlich wieder naturnahe Lebensbedingungen an den
Gewässern zu schaffen. Es gibt bisher keinen Nachweis darüber, dass
ein Räuber seine Beute ausrottet. Das ist schon aus energetischen Gründen
nicht vorstellbar: Bei abnehmendem Nahrungsangebot wird das Verhältnis
zwischen Jagdaufwand und Erfolg immer ungünstiger. Der Jäger (z.B.
Kormoran) wird das Gewässer verlassen und der Fischbestand wird sich
erholen. |
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Kormorane
im NSG- Zachariassee |
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Im
Winter 1989 wurde an einem Baggersee in Lippstadt der erste Kormoran beobachtet.
Er saß an dem heutigen Badesee auf einem Brutfloß. Seit dieser Zeit konnte der
bisher im Binnenland seltene Vogel auch die heimische Region wieder besiedeln -
ein Erfolg konsequenten Artenschutzes. Es war nicht verwunderlich, dass die
Kormorane in den zurückliegenden Jahren den störungsärmsten See, den
Zachariassee, als Rastplatz auswählten. Seit 1995 hat sich hier ein
Schlafplatz entwickelt - der einzige dauerhafte Schlafplatz zwischen dem Raum
Paderborn und dem Raum Soest. Dadurch konnte die Entwicklung der
Kormoranbestände in der Region verlässlich verfolgt werden. Mittlerweile
entwickelt sich hier die einzige Brutkolonie im östlichen Westfalen. Trotz der
Bruterfolge nehmen die Gesamtzahlen in der Region praktisch nicht zu, ein
Beweis für die Selbstregulierung der Bestände. |
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Jahresmittelwert
Schlafplatzgröße zwischen 1992 und 2001 |
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Die Kurve lässt
erkennen, dass der Kormoranbestand sich einpendelt. Nach dem sprunghaften
Wachstum erfolgt offenbar eine Stagnation, möglicherweise ist eine
Sättigungsgrenze erreicht. Ein Abschuss der Kormorane würde am Bestand
nichts ändern, den die Lücken würden sofort durch zuziehende Tiere
aufgefüllt. Kormoranbejagung macht objektiv betrachtet keinen Sinn, wenn man
nicht wieder die Ausrottung dieses interessanten Vogels anstrebt. |
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Durchschnittl. Bestand
Zeitraum 1991 -2008 im Jahresverlauf |
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Im Jahresverlauf
gibt es dabei große Schwankungen. Während der Zugzeit und im Winter ist der
Schlafplatz am stärksten besucht. In sehr kalten Wintern, vor allem wenn die
Gewässer für mehrere Tage zufrieren, verwaist der Platz auch völlig. Auch nach
der Gründung einer Brutkolonie ist der durchschnittliche Bestand langfristig
nicht angestiegen - Nahrungsangebot und Individuenzahl sind offensichtlich
ausgeglichen. Es leuchtet ein, dass der Abschuss von Kormoranen oder das
Vergraulen auf den Nestern unsinnig ist, die Lücken würden sofort wieder
geschlossen....Die
Entwicklungskurve in NRW verläuft nach bisherigen Erkenntnissen ähnlich, wie
am Zachariassee. Das zeigen die Ergebnisse eines landesweiten Monitorings.
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Farbringe verraten Herkunft und Alter
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| Manchmal
werden farbberingte Kormorane am Schlafplatz beobachtet. Mit einem guten Spektiv
kann man die Markierung ablesen. Über eine Beringungszentrale (z.B.:Vogelwarte
Helgoland) oder über Datenbanken im Internet kann man den Vogelberinger
kontaktieren. So erfährt dieser etwas über den Verbleib "seines"
Vogels und der Beobachter bekommt Informationen über Zugbewegungen, Herkunft und
Alter: |
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| Beobachtung |
Ring-Code |
Herkunft / Beringungsjahr |
| Dez. 1996 |
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Großbritannien 1997 |
| Dez. 1997 |
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Dänemark 1981-83 ? |
| Dez. 1997 |
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Großbritannien 1991-92 ? |
| März 1998 |
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Dänemark 1997 |
| Aug. 1998 |
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Dänemark 1984-88 ? |
| Sept. 1998 |
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?
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| Okt. 1999 |
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Dänemark 1999 |
| März 1999 |
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Dänemark 1988 |
| Mai 2001 |
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Tschechien 1999 |
| Sept. 2002, Aug. 2003 |
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Dänemark 1994 |
| März 2003 |
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?
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| Nicht
immer gelingt es, den Ring eindeutig abzulesen, so bekommt man doch oft
wenigstens den Beringungszeitraum und das Herkunftsland heraus. Wenn sie im
Kreisgebiet Soest farbberingte Vögel beobachten, oder verendete Vögel mit
Metallringen am Fuß finden, benachrichtigen Sie uns bitte! |
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