Wir sehen was, was du nicht siehst...

Naturfotografie im Stadthaus Lippstadt

Fotos von Reinhold Lodenkemper & Peter Hoffmann

Wassernetz (Hydrodictyon reticulatum) Diese Grünalge beschreibt Moritz Willkomm (1866) so: „…Hydrodictyon urticulare, (ist) die wunderbarste aller Süßwasseralgen, welche hier und da in Wassergräben schwimmend gefunden wird und sich mit unglaublicher Schnelligkeit vermehrt. Die Alge besteht aus großen, cylindrischen Zellen, welche zu sechsseitigen Maschen verbunden sind, und diese Maschen bilden zusammen ein rings geschlossenes, schlauchartiges Netz, das wohl an eine halbe Elle lang wird…“ Der lesenswerte Text ist erschienen im 3 Band von: „Malerische Feierstunden, illustrierte Familien- und Volksbibliothek zur Verbreitung nützlicher Kenntnisse“ „Die Wunder des Mikroskops“, Leipzig, Verlag Otto Spamer, 1866, Seite 68

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Fransenkrone (Stephanoceros fimbriatus) Das größte Rädertierchen unserer Gewässer ist etwa 1mm groß. Es Tierchen sitzt in einem durchsichtigen Gallertgehäuse an Wasserpflanzen fest. Über einem Fangtrichter sitzen 5 Fangarme, die mit jeweils 19 Paaren langer, kaum sichtbaren Wimpern versehen sind. Wenn sich Beute wie AIgen, Cilliaten, und kleinere Rädertiere zwischen den Wimpern verfangen, werden sie in den Fangtrichter geschleudert. Hier sitzt am unteren Ende ein Kauapparat (Mastax), der die Nahrung in den Magen befördert. Bei Gefahr zieht sich der der schlanke, muskulöse Fuß zusammen und das Rädertierchen verschwindet in der schützenden Hülle. Das Foto wurde im sog. Dunkelfeld aufgenommen, dadurch erscheint es so, als würden die feinen, glasklaren Strukturen. selbsttätig leuchten.

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Moostierchen (Plumatella spec.), leben vorwiegend im Meer, einige Arten sind aber auch in unseren Seen und Teichen beheimatet. Sie erinnern an Korallenpolypen, sind mit ihnen aber nicht verwandt. Die etwa 1 mm kleinen Einzeltiere sitzen auf einer festen Unterlage, wie z.B. faulende Aste oder Steine und bilden im Sommer ständig wachsende Kolonien. Die Tentakelkronen sind mit winzigen Wimpern besetzt, die durch stetige Bewegung einen Wasserstrom erzeugen und Nahrungspartikel heranwirbeln. Bei Störungen ziehen sich die Tiere schnell in ihre Wohn-röhren zurück. Im Spätherbst sterben die Kolonien ab. Vorher werden eine große Menge kleiner, eiförmiger Statoblasten gebildet, die den Winter überdauern, im Folgejahr aus-keimen und neue Kolonien bilden. Foto: Makrofoto mit Dunkelfeldbeleuchtung.

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Erdkröte (Bufo bufo) Merkmale: Die Erdkröte ist mit einer Größe von bis zu elf Zentimetern eine unserer größten Amphibienarten. Die Oberseite ist bräunlich gefärbt und mit einer Vielzahl von Warzen ausgestattet. Die Unterseite ist schmutzig weiß und manchmal grau gesprenkelt. Die Männchen sind wie bei allen echten Kröten an ihren schwärzlichen Schwielen am Daumen und den nächsten beiden Fingern gut zu erkennen. Verbreitung: Die Erdkröte ist eine der häufigsten Amphibienarten Europas und fast auf dem gesamten Kontinent verbreitet. Die Art fehlt nur im äußersten Norden Skandinaviens und in Island. Lebensraum: Erdkröten besiedeln ein breites Spektrum an Lebensräumen und sind an einer Vielzahl von Gewässern zu finden. (Quelle: NABU)

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Bachstelze (Motacilla alba) Die Bachstelze ist nicht nur die häufigste unserer Stelzen, mit ihrem schwarz-weißen Gefieder, dem schnell trippelnden Gang, den ruckartigen Kopfbewegungen und ihrem langen, wippenden Schwanz kann man sie auch kaum verwechseln. Sie hält sich viel am Boden auf, gerne auch in der Nähe von Gewässern. Anders als ihr Name vermuten lässt, sind Bachstelzen jedoch auf Gewässer in ihrem Lebensraum nicht unbedingt angewiesen. Stattdessen treffen wir sie als "Kulturfolger" auch mitten in Dörfern und Städten. Hier kommt es ihr vor allem auf eine versteckte Brutnische für ihr Nest an. Am Zachariassee gibt es Nistplätze an der Beobachtungshütte. Von dort kann man sie gut beim Füttern ihrer flüggen Jungvögel beobachten.

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Bekassine (Gallinago gallinago)  Eine Bekassine zu Gesicht zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Sie leben meist versteckt und sie sind bei uns inzwischen sehr selten. Wenn sich Bekassinen doch mal aus der Deckung wagen, dann gerne in der Dämmerung und oft gehen sie geduckt. Fühlen sie sich gestört, fliegen sie urplötzlich auf, ziehen steil nach oben und im Zickzackkurs davon. (-) Früher war die Bekassine weit verbreitet. Seit einigen Jahrzehnten gehen die Bestände dramatisch zurück. In Deutschland musste in den letzten Jahrzehnten kein anderer Brutvogel solche Verluste hinnehmen wie die Bekassine; derzeit sind es 5.500 bis 6.700 Brutpaare, das entspricht einer Halbierung in nur 20 Jahren. (Quelle: NABU-Info)

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Beutelmeise (Remiz pendulinus) Der kleine Vogel ist keine echte Meise, sondern bildet, zoologisch betrachtet, eine eigene Familie. Der Brutbestand schwankt stark, in Deutschland werden 3.200 bis 5.500 Paare geschätzt. Die Beutelmeise bewohnt Feuchtgebiete, wo sie an Weiden, Pappeln oder Erlen ihre typischen Hängenester baut. Hat ein Männchen ein Revier besetzt, beginnt es sofort mit dem Bau des aufwändigen Nestes. Dabei ruft es unentwegt, in der Hoffnung, dass sich ein Weibchen einfindet. Es kommt vor, dass die Weibchen mit dem Bau nicht einverstanden sind und das Männchen ein weiteres Nest beginnt. Bei uns gibt es Jahre, an denen Beutelmeisen hintereinander auftauchen, dann fehlen sie oft wieder über längere Zeit in unserer Landschaft. Im Winter ziehen sie nach Südwesteuropa und ans Mittelmeer.

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Eisvogel (Alcedo attis) Die Begegnung mit einem Eisvogel ist immer etwas Besonderes. Je nach Lichteinfall wirkt die Oberseite seines Gefieders kobaltblau bis türkisfarben, wodurch er mit der Farbe des Wassers verschmilzt und perfekt getarnt ist. Die Unterseite ist orangebraun und lässt ihn auf einem Baum sitzend fast unsichtbar. Seine weißen Halsflecke sind auch aus größerer Distanz noch leicht zu erkennen. Am ehesten wird man auf ihn aber durch seinen durchdringenden, hohen Ruf aufmerk-sam, den er beim schnellen und gradlinigen Flug direkt über der Wasserfläche ausstößt. Seine Beute bezieht der Eisvogel ausschließlich aus bzw. an Gewässern. Mit seinem großen dolchartigen Schnabel erbeutet er hauptsächlich kleine Süßwasserfische, indem er kopfüber und wie ein Pfeil die Wasseroberfläche durchstößt. Auch Wasserinsekten gehören zur Beute.

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Eisvogel (Alcedo attis) Strenge Winter zählen zu den natürlichen Faktoren, die bei den Eisvögeln größere Bestandsschwankungen verursachen. Der Ausbau und die Kanalisierungen von Fließgewässern, zunehmender Nährstoffeintrag und Gewässerverschmutzungen wirken sich jedoch nachhaltig auf sein Vorkommen aus. Wasserbauliche Maßnahmen haben in der Vergangenheit bereits in großem Umfang zum Verlust von natürlichen Steilufern geführt, auf die der Eisvogel zum Anlegen seiner Brutröhre angewiesen ist. Hier hat ein Umdenken eingesetzt, doch noch immer gehen Brutplätze durch Verbauung natürlicher Ufer verloren. In unserer Region sind Eisvögel auf den besonderen Schutz ihrer Brutplätze angewiesen. So werden Steilufer an geeigneten Stellen von Naturschützern abgestochen und für die Eisvögel optimiert.

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Eisvogel im Anflug

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Heckenbraunelle (Prunella modularis) Sie führen ein unauffälliges Dasein und können schnell übersehen werden. Heckenbraunellen verstecken sich in dichtem Gebüsch oder huscht am Boden entlang. Ihr Nest legen sie gut versteckt und unzugänglich an. Die Heckenbraunelle bevorzugt Nadel- und Misch-wälder mit viel Unterwuchs, ist aber auch in natur-nahen Gärten und Parks zu finden. Ihr Gefieder dient der Tarnung: Nacken und Kehle sind grau-braun, Rücken und Flanken dunkelbraun gestrichelt. Auf den ersten Blick sind sie dem Haus sperlings recht ähnlich. Am auffallendsten ist ihr Gesang, der schon im März erklingt.

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Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima) Wer über einen besonders großen Garten verfügt, der kann dort unter Umständen allgemein verbreitete Heuschrecken finden. Ab Mitte Juli ist das Grüne Heupferd rund um Haus und Garten zu sehen beziehungsweise zu hören. Das Heupferd ist mit rund vier Zentimetern Körperlänge eine der größten heimischen Heuschrecken. Es besitzt lange Flügel und ist deswegen ausgesprochen mobil. Sein lauter, etwas zerhackter Schwirrgesang ist gut 50 Meter weit zu hören. Das Grüne Heupferd verschmäht zwar auch pflanzliche Nahrung nicht, ist aber hauptsächlich auf tierisches Eiweiß in Form von Fliegen, Raupen und Blattläusen aus. Das tag- und nachtaktive Heupferd ist also ein ausgesprochen nützlicher Mitbewohner. (Quelle: NABU)

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Großer Blaupfeil (Orthetrum cancellatum) Die heutigen weltweit etwa 5.000 Libellenarten weisen Flügelspannweiten von 2 bis 15 Zentimetern auf. Im Aussehen und Bau ähneln sie denen zurzeit vor rund 150 Millionen Jahren. Libellen sind zwar wunderschöne Tiere, doch ganz geheuer scheinen sie man-chem Zeitgenossen trotzdem nicht zu sein. Hartnäckig hat sich bis heute der Irrglaube gehalten, sie könnten stechen. Aber Libellen besitzen keinen Stachel und sind deshalb auch keine "Teufelsnadeln" oder "Pferdestecher" wie man sie früher gern nannte.

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Den Blaupfeil (Orthetrum cancellatum) findet man an Seen, in Kiesgruben und an Fischteichen. Feuerlibellen sind ursprünglich in den warmen Regionen Südeuropas, Afrikas und Vorderasiens verbreitet. In den 1990er-Jahren hat sich die Art über Süddeutschland zu uns ausgebreitet. Seit einigen Jahren ist regelmäßig im NSG-Zachariassee zu sehen.

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Kleine Königslibelle (Anax parthenope) „Die Kleine Königslibelle ist vor allem im Süden Europas weit verbreitet. Sie entwickelt sich in stehenden Gewässern, vor allem in größeren Weihern und Seen. (-) Ihre Flugzeit liegt zwischen Mai und September. Auf ihren Jagdflügen kann sie sich sehr weit vom Wasser entfernen.“ Bei uns nehmen die Entdeckungen dieser großen und bisher seltenen Art zu. Am Zachariassee wurde sie vor wenigen Jahren erstmals im Kreis Soest bei der Eiablage beobachtet. Seit dem ist sie hier regelmäßig zu sehen. Die sehr aktiven Libellen sind nur selten in Ruhe zu betrachten. Die Eier werden vom Weibchen mit einem scharfen Dorn am Hinterleib in abgestorbene Äste unterhalb der Wasserlinie eingebohrt.

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Gro�libelle (Metamorphose) Die in vielen Farben geschmückten grazilen Libellen sind ausgesprochene Flugkünstler. Das gilt besonders für Großlibellen. Sie können in der Luft stehen, wie ein Segelflugzeug dahingleiten, auf bis zu 50 Stunden-kilometer beschleunigen und abrupt die Flugrichtung ändern. Als Fluginsekten leben Libellen nur wenige Wochen, spätestens im Herbst nach der Eiablage ist ihre Zeit beendet. Die längste Zeit ihres Lebens verbringen sie verborgen am Grunde von Gewässern. Je nach Art häuten sie sich 7-13 mal, erst die letzte Häutung erfolgt über der Wasseroberfläche. Das Wassertier wird ein Landtier. Diese Metamorphose kann viele Stunden dauern.

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Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida), Larve: Bis zu einem halben Meter tief im Sandboden liegen die nach Süden ausgerichteten Röhren, in welchen sich seine Larven aufhalten. Von den Röhreneingängen aus greifen diese nach vorbei laufenden Insekten. Zur Hauptnahrung gehören Ameisen, aber größere Insekten, die sich zufällig in der Nähe der Wohnröhre aufhalten, werden ergriffen. Sogar Libellen werden in den Gang gezerrt, wenn sie über der Wohnröhre auf dem warmen Sand landen. Zum Erhalt der seltenen Sandlebensräume im NSG-Zachariassee müssen diese in Abständen von der Vegetation befreit werden.

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Der Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida), wegen seiner Färbung auch Kupferbrauner Sandlaufkäfer genannt, ist eines der auffälligsten Insekten der Heidegebiete. Schnell laufend und bei Störung kurze Strecken fliegend, bewegt er sich ständig auf nicht oder nur spärlich bewachsenen Sand- und Kiesflächen umher, um nach Nahrung oder einem Partner zu suchen. Mit seinen großen Beißwerkzeugen kann er Insekten und Spinnentiere, die ähnlich groß sind wie er selbst, überwältigen. Der Trockenheit liebende Dünen-Sandlaufkäfer benötigt größere Lichtungen mit unbewachsenen Sandflächen. Wie alle Sandlaufkäfer steht auch der Dünen-Sandlaufkäfer unter Naturschutz.

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Wespenspinne (Argiope bruennichi) Die Wespenspinne gehört zu den attraktivsten unter den einheimischen Spinnen. Die Weibchen mit ihren gelben, weißen und schwarzen Querstreifen auf dem Hinterleib sind im halbhohen Gras für geübte Augen leicht zu erkennen und werden im Spinnenreich auch als Zebra- oder Tigerspinne geführt. Die auffällige Färbung ist eine perfekte Tarnung vor Vögeln und Kleinsäugern, die auch große Spinnen auf ihrem Speiseplan haben. Spinnenweibchen können eine Körperlänge von bis zu 25 mm erreichen. Die kleinen unscheinbaren, hellbraun gezeichneten Männchen werden dagegen nur circa 5-6 Millimeter groß werden. Früher war die Wespenspinne in NRW selten anzutreffen. Seit einigen Jahrzehnten breitet sie sich jedoch - begünstigt durch den Klimawandel - über ganz Deutschland, Nord- und Mitteleuropa aus. (NABU-Info)

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Uferschnepfe (Limosa limosa) Viele Wat- und Wiesenvögel sind in NRW gefährdet. Die Uferschnepfe, die einen sehr hohen Anspruch an ihren Feuchtwiesen-Lebensraum stellt, ist besonders betroffen. Sie brütete ursprünglich in Mooren, Küsten-marschen. Heute brütet sie in Mitteleuropa vorwie-gend auf feuchten bis nassen, kurzrasigen Wiesen, die vorzugsweise extensiv bewirtschaftet werden. Flache, wasserführende Senken sollen die Ansiedlung begünstigen. Das Nest wird gerne an Stellen angelegt, die etwas Deckung bieten, wie etwa Grasbulten. Während der Kükenaufzucht dagegen wird nicht zu dichte, möglichst blütenreiche Vegetation bevorzugt, da die Jungtiere dort mehr Nahrung finden und sich besser fortbewegen können. In unserer Kulturlandschaft ist die Uferschnepfe auf Naturschutzmaßnahmen angewiesen.

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Kraniche (Grus grus) Der Zug der Kraniche im Frühjahr und Herbst ist immer wieder ein besonderes Erlebnis. Ständig rufend ziehen lange Ketten über das Land. Über den Städten lösen sich die Verbände oft auf. Dann nutzen die großen Vögel die Thermik über den Siedlungen, um wie Segelflugzeuge wieder energiesparend an Höhe zu gewinnen. Beim Herbstzug führen die Familien-verbände ihre Jungvögel mit. Wenn der Ostwind für klare Wintertage sorgt, verlassen die letzten Kraniche ihre Sammelplätze, um nach Südeuropa zu ziehen. Regelmäßig kommen sie dann auch über unsere Baggerseen und machen nicht selten für eine Nacht Rast auf den überfluteten Schlammflächen im NSG-Zachariassee. Das Foto entstand im Spätherbst in Morgenstunden nach Sonnenaufgang, bevor sich die Kraniche wieder auf den Weg nach Süden machten.

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Silberreiher (Ardea alba) Selbst in der dunklen Jahreszeit kann man sie aufgrund ihres auffällig weißen Gefieders noch in der Dämme-rung an Gewässern entdecken. Als helle Tupfer schrei-ten sie langsam durchs flache Wasser oder verharren mit fast waagerecht gehaltenem Körper und steif vor-gestrecktem Hals, ehe sie blitzschnell nach ihrer Beute stoßen. Noch vor wenigen Jahren war bei uns die Sichtung eines Silberreihers eine Sensation. Als wahres Silberreiher-Eldorado galt der Neusiedler See im österreichischen Burgenland. Heute aber lassen sich Silberreiher auch in Deutsch- land an zahlreichen Orten beob- achten. Hier sammeln sie sich im Winterhalbjahr zu Rastgemein schaften. Tagsüber halten sie sich auf überschwemmten Wiesen auf.

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Kormoran (Phalacrocorax carbo) Kormorane haben seit der Eiszeit hier gelebt und im Mittelalter und in der frühen Neuzeit nahezu überall in Mitteleuropa gebrütet. Fast jede Vogelart hat natürliche Feinde, die ihre Bestandssituation beein-flussen. Bei unseren Kormoran sind es Waschbären, die auf Bäume klettern und Eier wie auch Jungvögel fressen. Sie haben den Bruterfolg in der heimischen Kolonie extrem stark reduziert. Nach einem rasanten Bestandsanstieg in den 1980er und 1990er Jahren haben sich die Kormoranzahlen heute stabilisiert. Nach schnellem Wachstum ist eine natürliche Kapazitätsgrenze offenbar erreicht. Dies belegen Zählungen an Schlafplätzen, die auch von uns durchgeführt werden.

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Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis) Die Zehen tragen wie allen Lappentauchern Lappen, die den Tauchern ein hervorragendes Schwimmen und Tauchen ermöglichen. Nach dem Zwergtaucher ist er der kleinste unserer Lappentaucherarten. Er misst 30 bis 35 cm und wiegt 250 bis 600g. Im Brutkleid mit schwarzem Hals und Kopf, mit goldbraunen Federschopf an den Ohren. Auffällig sind die roten Augen. Hauptvorkommen in Osteuropa bis Mittelasien, inssgesamt ein seltener Taucher. Er ist ein Kurzstreckenzieher, überwintert an Küsten- und Binnengewässern Mitteleuropas. Bei uns kann man ihn gelegentlich, auf dem Herbst- oder Frühjahrsdurchzug beobachten.

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Der Waldwasserläufer (Tringa ochropus) kommt in Nordrhein-Westfalen als regelmäßiger Durchzügler sowie als unregelmäßiger Wintergast vor. Die Brutgebiete liegen in sumpfigen Waldgebieten von Nordeuropa, Osteuropa und Russland. Die Watvögel treten auf dem Herbstdurchzug in der Zeit von Ende Juni bis Anfang November auf. Auf dem Frühjahrsdurchzug zu den Brutgebieten erscheinen die Tiere von Anfang März bis Anfang Juni. Geeignete Nahrungsflächen sind nahrungsreiche Flachwasserzonen und Schlammflächen von Still- und Fließgewässern unterschiedlicher Größe. Diese Bedingungen erfüllen die Uferbereiche der Halbinsel im Zachariassee. So ist dieser Watvogel hier regelmäßiger Gast auf dem Durchzug.

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Wasserralle (Rallus aquaticus) Die Wasserralle ist mit einer Körpergröße von 28 cm nur etwas größer als eine Amsel. Aufgrund der heimlichen Lebensweise können die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere nur selten beobachtet werden. Die Wasserralle verrät ihre Anwesenheit häufig durch ihre Rufe. Der häufigste Ruf ist ein gereiht vorgetragenes, lautes „kruieh“, das an das Quieken eines Ferkels erinnert. In NRW kommt die Wasserralle ganzjährig als seltener Stand- und Strichvogel sowie als Wintergast vor. Als Lebensraum bevorzugt die Wasserralle dichte Ufer- und Verlandungszonen mit Röhricht- und Seggenbeständen an Seen und Teichen (Wassertiefe bis 20 cm). Dieser noch immer seltene Vogel hat seit einigen Jahren ein Revier im NSG-Zachariassee bezogen. Das Foto ist ein Ergebnis von aufmerksamer Beobachtung und viel Glück.

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Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) Zwergtaucher sehen manchmal so aus, als würde ein flauschiger Ball auf dem Wasser treiben. Sie sind mit einer Körperlänge bis zu 27 cm und einem Gewicht von 130 bis 235 g die kleinsten Taucher Europas. Man erkennt sie an ihrer charakterischen Gestalt und an dem gelben Fleck an der Schnabelbasis, der im Brut-kleid noch deutlicher hervorsticht. Zwergtaucher brüten auf gut bewachsenen Seen, Teichen und lang-sam fließenden Flüssen. Das Nest wird meist freischwimmend auf untergetauchten oder schwim-menden Pflanzen angebracht. Ab April werden 5-6 Eier abgelegt, Zweitbruten sind üblich. Nach einer Brutdauer von 20-21 Tagen schlüpfen die Jungvögel, die als Nestflüchter schon am ersten Tag tauchen können. Sie werden von beiden Eltern geführt, und sind nach 44-48 Tagen flügge. (Quelle: NABU-Papenburg)

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Kuckuck (Cuculus canorus) Mit 34 Zentimeter Körpergröße ist der Kuckuck etwa so groß wie der Turmfalke. Aber er ist ein eher scheuer Vogel, der die Nähe des Menschen meidet. Meist ist er im Flug zu sehen. Dabei erinnert er ebenfalls ein wenig an einen Falken, doch sein Schwanz ist deutlich länger, sein Flügelschlag auffallend flach. Gerne sitzt er weithin sichtbar auf einem Busch oder Zaunpfahl. Das Männchen ist überwiegend schiefergrau. Seine quergebänderte Unterseite erinnert an einen Sperber. Die Weibchen sind leicht rostfarben getönt. Ihre etwas schwächere Bänderung beginnt bereits an der Kehle. Besonders die Weibchen kommen aber auch in einer selteneren, kräftig rostbraunen und auch oberseits gebänderten Variante vor. Diese Abweichung ähnelt dem Jugendkleid, besitzt jedoch nicht dessen weißen Nackenfleck.

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Heidekeule (Clavaria argillacea) Weit verbreitet in ganz Europa, vorwiegend auf extensiv bewirtschafteten Weiden und Magerrasen. In Deutsch-land haben alle auf diese Biotope spezialisierten Arten seit 1950 massive Arealverluste erleiden müssen. Folglich sind sie auf Schutzgebiete angewiesen, die weiterhin in traditioneller, extensiver Art und Weise bewirtschaftet werden. Wir haben sie auf einer Heidefläche im NSG-Zachariassee gefunden. Die Fläche war vor 25 Jahren noch ein intensiv genutzter Maisacker und konnte durch Flächenankauf und Umgestaltung in einen nährstoff-armen Sandmagerasen umgewandelt werden, auf dem sich heute wieder zahlreiche seltene Arten eingefunden haben.

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Gewöhnliche Gelbflechte (Xanthoria parietina) Nicht selten werden Flechten völlig zu Unrecht als Baumparasiten betrachtet oder an Mauern und Grabsteinen aufgrund übertriebenem Sauberkeits-denken vernichtet. Dabei sind Flechten aufgrund ihrer speziellen Biologie für den Menschen von großem praktischem Nutzen. Noch vor 20 Jahren hatten die empfindlichen Flechten aufgrund der hohen Schwefel-dioxidbelastung der Luft in vielen Regionen kaum eine Überlebenschance. Doch inzwischen konnte der Schwefeldioxidausstoß durch Einführung des Kataly-sators und der Rauchgasentschwefelung drastisch gesenkt werden. Infolge dessen sind heute selbst in Ballungszentren wieder viele Flechten auf den Bäumen zu finden. (Quelle: NABU)

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Goldgelber Zitterling (Tremella mesenterica) Nach den Insekten gehören die Pilze zur artenreichsten Organismengruppe. Schätzungen gehen von mehr als 5 Mill. Arten aus. (Die Gesamtzahl der Arten weltweit wird mit 8,7 Mill. angegeben). Damit gibt es wesentlich mehr Pilz- als Pflanzenarten auf unserem Planeten. Was wir von ihnen in aller Regel nur zu sehen bekommen, sind ihre vielgestaltigen Fruchtkörper. Der allergrößte Teil des Organismus durchzieht mit seinen weit verzweigten, Hyphen das Substrat, von dem er sich ernährt. Beim Goldgelben Zitterling bricht der gallertartige Fruchtkörper bei feuchter Witterung aus Rissen in der Rinde abgestorbener Äste hervor, um seine Sporen zu verbreiten. Bei Trockenheit schrumpft das Gebilde zu einer dünnen Schicht auf der Holzoberfläche zusammen, um bei Aufnahme von Feuchtigkeit wieder aufzuquellen.

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Herbst-Lorchel oder Krause Lorchel (Helvella crispa) Der Pilz ist nicht sehr häufig, wächst gerne an humosen, feuchten Stellen mit Laub und kann im Unterholz von Wäldern, in Wiesen und an Grabenrändern von Juli bis November auf-tauchen. Dort, wo er auftaucht, wächst er oft in großen Gruppen. Der Stiel ist zerfurcht und löchrig und wird regelmäßig von Kleintieren bewohnt. Die Herbstlorchel hat als Speisepilz keine Bedeutung, vom Verzehr wird abgeraten. Der Pilz ist ein weiteres Beispiel dafür, welche kuriosen Formen die Fruchtkörper von Pilzen aufweisen können.

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Gemeiner Spaltblättling (Schizophyllum commune) Der Pilz gilt als die erfolgreichste Großpilzart. Er kommt auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. Als Substrat dient hauptsächlich die Rotbuche, der Pilz besiedelt aber auch viele andere Holzarten und andere organische Materialien. Die hell fleischrosafarbene Fruchtschicht auf der Unterseite ähnelt den Lamellen von Blätterpilzen, unterscheidet sich von diesen aber durch die in jeweils 2 Schichten gespaltene Lamellen. Bei Trockenheit rollen sich die beiden Schichten ein, so dass die Sporen am Herausfallen gehindert werden. Bei feuchter Witterung dagegen liegen die beiden Schichten parallel aneinander an und die Sporen können entweichen. Die lederigen Fruchtkörper können mehrere Jahre überdauern und dabei mehrfach austrocknen, ohne Schaden zu nehmen.(Quelle: Wikipedia)

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Mittlere Sonnentau (Drosera intermedia) Der Mittlere Sonnentau ist eine mehrjährige krautige Pflanze. mit einer bodenständigen Rosette und einer Gesamthöhe von bis zu 10 cm. Zahlreiche, haarfeine, mit einem klebrigen Sekret besetzte Tentakel auf den bilden eine Falle für kleine Insekten. Der Sonnentau blüht von Juli bis August mit 3 bis 8 weißen Blüten. Nach der Blüte und der Ausbildung von eiförmigen, gefurchten Kapseln mit sehr vielen, kleinen Samen tritt die Pflanze im frühen Herbst in die Winterruhe ein, indem sie wieder eine Winterknospe bildet und die Blätter einzieht. Im NSG-Zachariassee gibt es den größten Bestand im Kreis Soest. Der Bestand ist aber auf das Schutzgebiet und regelmäßige Pflegearbeiten angewiesen.

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Stinkende Storchschnabel (Geranium robertianum) Er ist aus Mythologie und Volksheilkunde bekannt und nach seinem herben Geruch benannt. Der unangenehme Geruch der Blätter stammt von ätherischen Ölen wie dem Geraniol, welches für alle Geranienpflanzen typisch ist. Eine Legende aus dem Volksmund erklärt die wissenschaftliche Namensgebung des Stinkenden Storchschnabels so: Carl von Linné hatte einen unsympatischen Mitarbeiter namens Robert. Als Linné das Ruprechtskraut benennen wollte, musste er bei dessen üblem Geruch an Robert denken und so benannte er die Pflanze nach ihm: Geraniumy als Gattungnamen und robertianum als näher bezeichnendes Adjektiv.

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Ruprechtskraut oder Stinkender Storchschnabel (Geranium robertianum) Das Bild zeigt eine reife Fruchtkapsel, die kurz davor ist, ihre Samen durch die Luft zu schleudern. Die winzigen Samen fliegen dabei bis zu 60cm weit. Das gelingt durch einen raffinierten Schleuder- mechanismus: Der runzelige Samen hängt an einem starren Filament, dass an der Spitze des „Storchenschnabels“ befestigt ist. Bei Trockenheit gerät das Filament zunehmend unter Spannung, reißt sich dann ganz plötzlich am unteren Ende los und fliegt in hohem Bogen mit dem Samen davon. Gleichzeitig löst sich der Samen von dem bogenförmigen Filament.

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Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine) Die Schönheit heimischer Orchideen erschleißt sich oft erst bei genauem Betrachten. Das ist auch bei dieser Art so, die sogar recht häufig bei uns vorkommt und mit ihrer unscheinbaren Färbung oft übersehen wird. Blütezeit: Anfang Juli bis Ende August Verbreitung in NRW: Eine unserer häufigsten Orchideenarten. Sie ist anspruchslos, hat sich an die Nähe zu menschlichen Siedlungen angepaßt, d. h. sie kommt sogar in den Städten in Parks und auf Friedhöfen vor. In Rekultivierungsgebieten der Braunkohle kann man sie schon als Pionierpflanze bezeichnen. Die Art ist nicht gefährdet, sie breitet sich sogar aus. (Quelle: AHO-NRW)

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Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) Biotop: Flach- und Quellmoore, nasse bis sumpfige Wiesen, auf Kalk. Blütezeit: Ende Juni bis Ende Juli Verbreitung in NRW: Die Art ist durch Trockenlegung vieler Standorte extrem zurückgegangen, besitzt nur noch wenige Fundorte weit zerstreut in NRW und ist deshalb erheblich gefährdet. Wenn sie jedoch in einem Biotop gute Wachstumsbedingungen vorfindet, kann sie durch vegetative Vermehrung (langes, kriechendes Rhizom) relativ schnell große Populationen bilden. Rote Liste NRW: 2 (stark gefährdet) (Quelle: AHO – NRW) Im NSG Zachariassee ist diese Art vpr einigen Jahren überraschend aufgetaucht. Es scheint so, als könnte sich hier eine der größten Populationen in NRW entwickeln.

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Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) Das Bild zeigt den Fruchtstand der Pflanze. Die Bach-Nelkenwurz ist in Flachmooren, Niederungen und Auen und in der Uferzone von Teichen und Bächen zu finden. Noch immer werden solche grundwassernahen Bio-tope trocken gelegt. So kann keine Entwarnung für diese Lebensräume und deren Tier- und Pflanzenarten gegeben werden. Die Nelkenwurz wird von Insekten, vor allem von Hummeln besucht

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Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) Die Früchte werden als Klettfrüchte verbreitet, das Bild zeigt die noch unreifen Kletthaare in starker Vergrößerung. Dabei fallen vor allem die merkwürdigen Ver-schränkungen auf, die das Foto so reizvoll machen. Bei Prof.E.Ulbricht finden wir dafür die folgende Erklärung: Bei (-der) Gattung Geutm liegen die Verhältnisse etwas komplizierter: Jedes Früchtchen ist, von einem S-förmig gekrümmten langen Griffel gekrönt. Nur die untere Hälfte dieses Griffels verholzt stark, die obere wird zu einem schwächer verholzten ,,Fähnchen". An der Ur-sprungsstelle des Fähnchens ist, der Griffel stark eingeschnürt, und an dieser Stelle findet sich ein zartes, unverholzt bleibendes Trennungsgewebe. Der Teil oberhalb dieses Knies bricht ab, und der hakenförmig nach unten gebogene Teil der Basis des Griffels Griff Griffels bleibt als Klettorgan erhalten." (aus ,,Früchte und Samen ", (Springer t928, S.127)

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Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) Artenreiches Grünland geht in Deutschland beängstigend schnell verloren. Dabei sind Wiesen und Weiden aus Naturschutzsicht ein bedeutender Lebensraum: Etwa 50 Prozent aller in Deutschland vorkommenden Pflanzenarten wie Knabenkräuter, Wiesenbocksbart oder Schlangenknöterich sind diesen Flächen zuzuordnen. Außerdem ist Grünland als Lebensraum für Wie-senbrüter unersetzlich. Vielerorts wird es jedoch selbst innerhalb von Schutzgebieten in Äcker umgewandelt. So ist es nicht verwunderlich, dass Bekassine, Kiebitz und Uferschnepfe immer seltener werden. In Nieder-sachsen der Anteil an Grünland in den Schutzgebieten in den vergangenen zwölf Jahren um 31 Prozent gesunken. Der hohe Intensivierungsdruck im Grünland ergibt sich u.a. aus niedrigen Preisen für Milch und Rindfleisch (-) Quelle: NABU

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Landschaftsgeschichte: Die Kartenübersicht zeigt die Veränderung im Laufe von 150 Jahren von der sandigen, trockenen Heide zur vielfach genutzten Kulturlandschaft.

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Sand- und Kiesgewinnung im Tagebau. Zurück bleiben zahlreiche Grundwasserseen.

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Lebensraum aus zweiter Hand: NSG-Zachariassee, benannt nach dem ehem. Betrteiber der Naßabgrabung. Heute ist der See Kernzone eines wichtigen Naturschutzgebietes.

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Das NSG-Zachariassee wird seit 1990 von der Lippstädter Gruppe des Naturschutzbund Deutschland NABU im Kreis Soest betreut. Die Teilhabemöglichkeit der Bevölkerung war dem NABU immer ein wichtiges Anliegen.

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