Wilhelm Wetekamp (1859-1945) - der Reform-Pädagoge

"Die Hauptaufgabe der Schule liegt vor allem in der Art und Weise, in der Wissensstoff angeeignet wird. Erst durch Selbstbetätigung tritt an Stelle des bloßen Kennens das lebendige Können."

„Mit der Achtung vor der Meinung des anderen beginnt der Mensch Mensch zu werden. „

zwei von 10 pädagogischen Grundsätzen W. Wetekamps
Geprägt von Hermann Müller: Die Überzeugung des Lehrers Wetekamp, dass selbsttätiges, handelndes Lernen menschlicher und effektiver ist, als bloßes Auswendiglernen von Fakten, hat ihre Wurzeln offenbar in den guten Erfahrungen der eigenen Schulzeit. Wetekamps hatte in der Lippstädter "Realschule 1. Ordnung" u.a. Unterricht bei Ostendorf, Müller und Buddeberg. Die Begegnung mit der damals noch reichhaltigen Landschaft um seine Heimatstadt herum, müssen ihn geprägt haben. Müller, ein hervorragender Naturwissenschaftler, legte Wert darauf, dass die Schüler z.B. im Biologieunterricht genau und präzise zeichneten und beobachteten, denn nur was man gezeichnet hat, hat man gesehen.
Schulreformbewegung im Aufbruch: weg von der "preußischen Paukschule:
Als Mitglied im Preußischen Abgeordnetenhaus war Wilhelm Wetekamp damit beauftragt, über die aktuelle Schulreformbewegung in den skandinavischen Ländern zu berichten. Die "Dänische Gesellschaft" bereitet eine neue Schule vor. Wetekamp berichtetdarüber und stellt folgende Aspekte in den Vordergrund:
Auszug Pädagogisches Archiv 1900 Abhandlungen zur Schulreformbewegung in den skandinavischen Ländern
von W. Wetekamp in Breslau

(Textauszüge)

Die Begründer der neuen Schule gehen von der Überzeugung aus, daß die bestehenden Schulen zunächst ihre Zöglinge zu einer zu zeitigen Wahl der Studienrichtung zwingen, daß sie ferner zu Gunsten altsprachlicher Studien die Bedürfnisse der Gegenwart zu sehr vernachlässigen und "die Fähigkeit des Schülers, sich grammatikalische Kenntnisse anzueignen, höher stellen als seine praktischen Fertigkeiten, thatkräftige Selbstständigkeit und reife Urteilskraft..."

Demgegenüber stellt die "Schule der Dänischen Gesellschaft" die Forderung auf, daß der Unterricht für alle Schüler bis etwa zum 15. Lebensjahr gemeinsam sein muß, daß besonders auf dieser Stufe die praktische Thätigkeit gepflegt werden muss, und daß es vor allem darauf ankommt, nicht Menschen zu erziehen, die mit den Anschauungen des Altertums genau bekannt sind, von den Verhältnissen der Jetztzeit und der großen Bedeutung der Naturwissenschaften für dieselbe wenig oder gar nichts wissen; daß man in erster Linie von einem gebildeten Menschen verlangen muß, daß er die nötigen Grundlagen hat, um die Zeit zu verstehen, in der er lebt,(-)

Quelle: Pädagogischen Archiv, Heft 3, 1900
W. Wetekamp:Werdegang als Pädagoge Kaiser Wilhelm II zu den neuen Aufgaben der Schule im Reich:

1883 Prüfung für das Lehramt1884

1885 Probejahr am Kgl. Gymnasium Brieg, dann ab

1885 -1887 dort Hilfslehrer.

1887 / 1888 Hilfslehrer am Elisabeth-Gymnasium in Breslau, Festanstellung ab Ostern 1888.

1892 Versetzung an die spätereReformschule "Realgymnasium zum heiligen Geist" [Schule ]

1903 Wetekamp gründet das "Werner-von-Siemens-Realgymnasiums" in Berlin

"Mich [hat] der Gedanke beschäftigt, die Schule (-) nutzbar zu machen, um der Ausbreitung sozialistischer und kommunistischer Ideen entgegenzuwirken. In erster Linie wird die Schule durch die Pflege der Gottesfurcht und der Liebe zum Vaterland die Grundlage für eine gesunde Auffassung auch der staatlichen. ..Verhältnisse zu legen haben. ..Sie muß bestrebt sein, schon der Jugend die Überzeugung zu verschaffen, daß die Lehren der Sozialdemokratie nicht nur den göttlichen Geboten. (-) widersprechen, sondern in Wirklichkeit unausführbar und in ihren Konsequenzen dem Einzelnen und dem Ganzen gleich verderblich sind, (-)"
Selbstbetätigung als neues pädagogisches Prinzip - der Unterricht wird handlungsorientiert.
Wilhelm Wetekamp: "Die Erziehung zur Selbständigkeit ist aber nicht durch Anhäufung von Wissen, sondern nur dadurch zu erzielen, daß wir (-) die Schüler zur richtigen Arbeitsweise erziehen und ihnen auf allen Stufen des Unterrichts Gelegenheit geben, durch möglichst ausgedehnte Selbstbetätigung Schaffensfreude und Zutrauen zur eigenen Kraft zu gewinnen." "Warum ist z. B. den Schülern bei Anfertigung der mathematischen Klausurarbeiten nicht die Benutzung eines Formelheftes gestattet? Die mathematische Bildung zeigt sich doch wahrlich nicht im gedächtnismäßigen Wissen von Formeln, sondern in der Fähigkeit, sie richtig anzuwenden.

Die Schule wird nach dem sog. "Frankfurter Lehrplan" als Reformschule organisiert[mehr dazu] und wurde vorwiegend von gutsituierten Schülern besucht, etwa die Hälfte davon jüdischer Abstammung. In der Zeit von 1919 bis 1931 hatte die Schule neun Gymnasialklassen (ca. 40 Schüler pro Klasse) und drei Vorschulklassen. Wetekamp richtete sog. Schülervereine ein, Arbeitsgemeinschaften mit unterschiedlichen Schwerpunkten (Ruderverein, Turnerverein, Stenografischer Verein, Literarischer Verein, Schülerorchester, Pfadfinderkorps ). Entsprechend seiner Vorstellung, dass zur Selbsttätigkeit auch Selbstverantwortung gehört, führte Wetekamp an seiner Schule erstmalig in Preußen die Schülermitverwaltung ein.
Unterricht in der Vorschule des W.v.Siemens-RGy. Das Bild zeigt eine Vorschulklasse beim "Formen" im sog Werkunterricht. Formen mit Plastilin und Basteln mit einfachem Material (Garnwickeln, Streichholzschachteln) gehört zum Prinzip der Wetekampschen Pädagogik. "Formen" ist hier wörtlich mit "Begreifen" verbunden. Es lehrt, die Umwelt durch Nachgestalten bewusst wahrzunehmen und trainiert den "Muskelsinn" (Anmerk. d. Autors: Feinmotorik)"
W. Wetekamp im Vorwort zur 2. Auflage seines "Schriftchens":
"Selbstbetätigung und Schaffensfreude in Erziehung und Unterricht: Mit bes. Berücks. d. ersten Schuljahres."
"Von besonderer Freude und Genugtuung für mich war aber die folgende Verfügung des Königlichen Ministeriums für die geistlichen, Unterrichts -usw. Angelegenheiten (U II Nr. 329, 14. IV. 09). < Von dem Berichte des Professors Franck über die Zeichen- und ModelIierübungen in der Vorschule des Werner Siemens-Realgymnasiums in Schöneberg sowie von den Ausführungen des Königlichen Provinzialschulkollegiums habe ich mit Interesse Kenntnis genommen. Ich bin damit einverstanden, daß die Versuche fortgesetzt werden und will auch gestatten, daß sie auf andere Vorschulen ausgedehnt werden, sofern bei diesen geeignete Lehrkräfte vohanden sind.> im Auftrage: gez. Köpke. " Vorklasse im Werner-v.-Siemens-Realgymnasisum um 1905
Kneten ist noch kein Werkunterricht - Wetekamp über handelndes Lernen im ersten Schuljahr:
"Auf eine Gefahr, die dem Werkunterricht neuerdings zu drohen scheint, sei an dieser Stelle noch aufmerksam gemacht. Es wird vielfach geglaubt, daß man Werkunterricht treibe, wenn man zeichnen und formen läßt. Das Zeichnen und Formen macht noch nicht den Werkunterricht, sie sind nicht Endzweck, sondern nur Mittel zu dem Zwecke, einmal den Muskelsinn zu üben und dadurch klare Anschauung zu vermitteln, und dann auf Grund dieser klaren Begriffsbildung intensiv geistige Ausbildung zu betreiben. Der Werkunterricht ist auch nicht an die körperliche Tätigkeit durch Formen, Zeichnen usw. gebunden. Auch mit geistigem Material - und das wird auf den höheren Stufen immer mehr der Fall sein müssen - kann Werkunterricht betrieben werden; seine Hauptaufgabe ist es, durch zielbewußte Selbstbetätigung die Schüler zu selbständigem Arbeiten zu erziehen."

(Fotos und Zitate aus Wetekamp "Selbstbetätigung und Schaffensfreude in Erziehung und Unterricht: Mit besonderer Berücksichtigung des ersten Schuljahres.", 3. Auflage, Schöneberg/Berlin, September 1911. - siehe weiter unten)
Anweisung eines Schulrates für Lehrer: (1903) ...ein Wink des Auges stellt die Schulordnung wieder her!

"Damit jede Störung des Unterrichts unmöglich gemacht werde, hat der Lehrer (-) darauf zu halten:
a) daß alle Schüler (-) gerade (-) und in Reihen hintereinander sitzen.
b) daß jedes Kind seine Hände geschlossen auf die Schultafel legt.
c) daß die Füße parallel nebeneinander auf den Boden gestellt werden
Die Kinder haben die betreffenden Lernmittel in 3 Zeiten heraufzunehmen und hinwegzutun. Gibt der Lehrer. (-) zum Heraufnehmen des Lesebuchs (-)das Zeichen, 1', dann erfassen die Kinder das unter der Schultafel liegende Buch; beim Zeichen ,2' erheben sie das Buch über die Schultafel; beim Zeichen ,3' legen sie es geräuschlos auf die Schultafel nieder, schließen die Hände und blicken den Lehrer an.
Schule im 19. Jahrh.

Alle breiten Auseinandersetzungen und Reden müssen wegfallen; hier muß ein Wink des Auges (-) oder der einzige
(-) Ausruf: ,Klasse - Achtung" genügen, um die gesamte Schulordnung herzustellen."

Mut zum pädagogischen Experiment
"...wohl kaum (eine) Unterrichtsverwaltung (hat je) eine solche Bereitwilligkeit gezeigt, Bewegungsfreiheit und Gelegenheit zu Versuchen auf pädagogischem Gebiete zu geben, wie es in den letzten Jahren der Fall gewesen ist. Wenn das Erreichte trotzdem noch nicht dem entspricht, was man erwarten möchte (-) so hatte der Vertreter der KgI. Staatsregierung bei den Landtagsverhandlungen im Jahre 1908 sicher wohl zum Teil recht, wenn er hervorhob, daß es manche Lehrer gibt, die zu sehr in das Alte eingelebt sind, um sich noch in neue Bahnen finden zu können; er hätte vielleicht noch hinzufügen können, daß es sich hin und wieder auch bei Schulaufsichtsbeamten so verhält, die dann wiederum auf Lehrer hemmend einwirken, welche gern vorwärts arbeiten möchten..."

Wetekamp in "Selbstbetätigung und Schaffensfreude in Erziehung und Unterricht: Mit besonderer Berücksichtigung des ersten Schuljahres." S.50, 3. Auflage
1908: Wetekamp veröffentlicht seine Erfahrungen in der Schrift:

Selbstbetätigung und Schaffensfreude in Erziehung und Unterricht - Mit besonderer Berücksichtigung des ersten Schuljahres.

Das Werk erschien in mehreren Auflagen und gilt als wichtiger Leitfaden zur Schulreformbewegung, in deren Mittelpunkt die Arbeitsschule und der Werkunterricht stand. In seiner 3. Auflage wird es zu einem flammenden Plädoyer für eine neue Schule und ein menschliches Lernen. In einem umfangreichen Anhang stellt der Lehrer Paul Borchert aus der Vorschulstufe einen vollständigen Lehrplan für die erste Jahrgangstufen vor. Mit großem Enthusiasmus will Borchert die Leser von der neuen Unterrichtsweise überzeugen und belegt die Lernerfolge mit Abbildungen und Schriftproben der Schüler. Nach harscher Kritik am bestehenden System fordert er:
" Kollegen, die Sie mit mir gleichen Sinnes sind, kommen Sie zu uns herüber ..."
Helfen Sie uns die Arbeitsschule weiter ausgestalten und beweisen, daß wir mit unsern hochgepriesenen Lern- und Drillschulen, mit der Knechtung des nach Freiheit dürstenden Menschengeistes und seiner durch die ganze Schulzeit betriebenen systematischen Entmündigung doch noch nicht am Ende aller Entwicklung angekommen sind."

"Spielen gehört nicht in die Schule!"
"... ich (empfand) es als einen lächerlichen Angriff gegen unser ernstes Streben und unsere Arbeitsschule, wenn mir gelegentlich eines Vortrages ein widerstrebender Herr zurief: Wie formen Sie denn nun: Freude, Glück, gut, schön, edel? Sie wollen doch alles formen und zeichnen, um die Begriffe zu klären ...
" - Keine Antwort ist da auch eine Antwort. Und ähnlich verhält man sich klugerweise denen gegenüber, die von der hohen Warte gänzlicher Unberührtheit und Unkenntnis unsere Arbeit abtun mit dem verständnisarmen Wort:

"Spiel gehört nicht in die Schule." Sie haben keine Ahnung von dem Frühling, der eben unsere Schulzimmer mit Leben, Kraft und Freude füllt." "Eingehen auf die Interessen des Kindes als Geheimnis unserer Unterrichtsweise...." (S.53)
"Konzentration aller Arbeitstätigkeiten um einen Gegenstand als Hauptgesichtspunkt der Stoffauswahl"
aus Lehrplan für das 1. Schuljahr
Lehrplan Werner von Siemens Realgymnasium Wetekamp Unterrichtseinheiten, bei denen jeweils ein Thema ("Konzentrationsgegenstand"), auf vielfältige Weise bearbeitet werden soll. Beispiel:

"Abschnitt XIII: Reifen, Ring, Rad und Wagen. Mit Plastilin Räder und Reifen formen, mit Stäbchen Alltagsdinge nachlegen, freies Zeichnen von Geschichten um "Fritz Strichmann" z.B. beim "Reifentreiben. Ergänzt wird durch Lieder, Erzählungen, Rätsel und das "Kopflesen": Lesen selbstgeschriebener Wörter, die zuvor mit den Stäbchen (wichtiges Lernmaterial ebenso wie Plastilin) gelegt werden. Dazu kommt natürlich das Rechnen: Ziffern schreiben im Zahlenraum bis 20 und der Religionsunterricht. Themen: "Pflichten guter Kinder gegen ihre Eltern, Gehorsam, Wahheitsliebe "
Nachweis von Lernerfolgen: Die Formarbeiten zeigen eindrücklich den Lernfortschritt eines Erstklässlers "(-)nach eingehender Besprechung der Ergebnisse(-)" (Abb. links). Ausstellen und Präsentieren von Arbeitsergebnissen.
"...daß (das Kind) von selbst auf Selbstbetätigung hindrängt und nicht immer bevormundet sein will, das zeigt sich am besten in seinem Verhalten gegenüber kompliziertem mechanischen Spielzeug, das nach dem rasch vorübergehenden ersten Freudenrausch erst dann wieder von ihm lieb gewonnen wird, wenn es zertrümmert ist und die einzelnen Teile zu allem möglichen gebraucht werden können." (W. Wetekamp)
Lernerfolge beim Formen mit Plastiltin 1
Lernerfolge beim Formen mit Plastilin 2
Nachweis von Lernerfolgen:
Die Formarbeiten zeigen eindrücklich den Lernfortschritt eines Erstklässlers "(-)nach eingehender Besprechung der Ergebnisse(-)" (Abb. links). Ausstellen und Präsentieren von Arbeitsergebnissen. (Abb. unten)

Ausstellung von Arbeitsergebnissen
(a.d. Anhang des Buches von W.Wetekamp:
"Selbstbetätigung und Schaffensfreude in Erziehung und Unterricht" ).
Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit und Feinmotorik ("Muskelsinn") durch genaues, angeleitetes Beobachten und (Nach-) Formen mit Plastilin. Positive Rückkopplung durch kritisches Betrachten der Ergebnisse. Wetekamp entwickelte mit dem "Werkunterricht" eine moderne Didaktik.
Papier und Schere: Erziehung zur Selbstständigkeit beginnt im frühen Kindesalter:
Wetekamp befasst sich in seinem Büchlein aber nicht nur mit dem Schulkind. Er gibt Ratschläge zur Frühförderung, die hochaktuell sind. Dabei plädiert er für möglichst einfaches Spielzeug - einfache Holzklötze und Gegenstände, denen die Kinder im Haus begegnen. In einer Fußnote fordert er die Stadtverwaltungen auf, mehr Sandkästen in der ansonsten für Kinder ungeeigneten Stadtbebauung aufzustellen. Eltern gibt er den Rat: "Späterhin - man sei nicht zu ängstlich damit - gebe man dem Kinde auch eine Schere zu dem Papier, man kann ja zunächst eine mit abgerundeter Spitze nehmen. Man fürchte nicht, daß das Kind sich mit der Schere verletzt, die Gefahr ist viel geringer, wenn man dem Kinde zum ruhigen Spielen eine solche Schere gibt und es sich auf die Weise an den Gebrauch der Schere gewöhnen kann - es wird schon von selber merken, daß diese Schere "pieken" kann, und wird sich dann um so mehr in acht nehmen -, als wenn das Kind die Schere hinter dem Rücken der Mutter ängstlich wegnimmt und sie dann gebraucht." (W.Wetekamp)
Zehn pädagogische Grundsätze zur Arbeit des "W.v. Siemens-Realgymnasiums. (vergleiche: "Anweisung eines Schulrates")

1.Schüler muss man in Freiheit dressieren!
2.Hinter zu straffer äußerer Disziplin verbirgt sich oft Groll, Auflehnung und Widersetzlichkeit. wahre Disziplin muss aus dem Inneren kommen. Sie kann nur in Freiheit gedeihen.
3.Erziehen heißt gewöhnen, gewöhnen aber setzt Geduld und Arbeit voraus!
4.Das Einleben in die Gemeinschaft ist eines der wichtigsten Bestandteile der Erziehung. Hier erlebt der Schüler, dass wahre Freiheit in steter Selbstverantwortung und in Übernahme freiwilliger Pflichten besteht.
5. Erst die tätige Beteiligung an der Gestaltung des Schullebens führt zum Gemeinschaftsgefühl, nicht nur in der Schule, sondern auch darüber hinaus.
6. Die Hauptaufgabe der Schule liegt vor allem in der Art und Weise, in der Wissensstoff angeeignet wird. Erst durch Selbstbetätigung tritt an Stelle des bloßen Kennens das lebendige Können.
7. Dem Lehrer muss möglichste Freiheit gegeben werden, seinen Unterricht seiner Persönlichkeit entsprechend mit Lust und Liebe zu gestalten.
8. Öffnet den Schülern durch Formen, Zeichnen und Basteln die Augen für wirkliches Sehen.
9. Selbstbetätigung ist der Anfang allen Lernens!
10. Mit der Achtung vor der Meinung des anderen beginnt der Mensch Mensch zu werden.

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